1934/1935 in Bräunlingen: ein „brauner“ Priester und der „Wolf im Schafspelz“
Alfred Burger (1896-1973), ein "Wolf im Schafspelz", wirkte als Vikar vom 08.03.1934 bis kurz vor Ende September 1935 in Bräunlingen. Dem aus Karlsruhe stammenden Hauptlehrer fehlten nachweislich die schulischen und psychischen Voraussetzungen für das Priesteramt. Dennoch gelang ihm über den Umweg der österreichischen Diözese Gurk-Klagenfurt (1923-1930) die Zulassung zum kirchlichen Theologiestudium und zur Weihe.
Pro-nationalsozialistisch eingestellt agierte er in Bräunlingen destruktiv gegen den Pfarrer und die kirchlichen Vereine, wie zuvor schon an anderen Orten. Anschließend an Bräunlingen wechselte er ins Zivilleben, arbeitete wieder als Lehrer und heiratete. Nach 1945 versuchte er, wieder zum kirchlichen Dienst zugelassen zu werden. Nach mehrjähriger Bußzeit und psychisch angeschlagen (spätestens seit dem traumatischen Einsatz als Soldat im 1.Weltkrieg) lebte er bis zu seinem Tod 1973 "diskret" in Villingen, beigesetzt bei den Priester-Ehrengräbern mit der irreführenden Grabaufschrift "Professor".