Presseartikel (ab Zeit Gründung Bundesrepublik 1949 ff)
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Geschichtswerkstatt Bräunlingen
Erinnerung an Tilmann Moser (gest. † 29.04.2024)
Während des "Dritten Reiches", am 29.Juli 1938 geboren, wuchs Tilmann Moser in Bräunlingen auf und verbrachte seine Kindheit und Jugend im Stadtschloss in der Blaumeerstraße 3. Die Mosers waren zugezogene Schwaben, waren die einzigen Evangelischen im katholischen Bräunlingen und, wie annähernd selbstverständlich in dieser Zeit, auch in der Partei, der NSDAP und, wie in der Firma MEZ AG verlangt, der Vater auch in der SA. Während des Krieges war der Vater, trotz schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen zuständig für das Winterhilfswerk und die Nationalsozialistische Winterwohlfahrt, wie ein Schild am Haus in der Blaumeerstraße anzeigte.
Tilmann Moser, sein Sohn, war als Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut international bekannt und umstritten. Er entwickelte neue Methoden und galt als "Rebell der Psychoanalyse". Mit seinem Buch "Gottesvergiftung" löste er 1976 ein theologisches Erdbeben aus. Darin beleuchtet er psychoanalytisch seine Glaubens- und Familiengeschichte und somit auch Bräunlingen. Fortan betrachteten ihn nahezu alle als Nestbeschmutzer.
Die seelische Aufarbeitung der NS-Zeit und des Krieges wurde für Tilmann Moser seit 1989 zentral. In "Dämonische Figuren. Die Wiederkehr des Dritten Reiches in der Psychotherapie" erwähnte er 1996 "das kleine Schwarzwalddorf, in dem ich aufgewachsen bin" und schreibt: "Vom Nationalsozialismus fühlte ich mich, 1938 geboren, lange Zeit nicht geprägt. Ganz selbstverständlich saugte ich im Klima des Dorfes auf, dass wir jetzt [in der Besatzungszeit ab 1945] die bedauernswerten Opfer von Franzosen und Marokkanern seien. Krieg und NS-Zeit wurden, wie üblich, beschwiegen. Die Eltern waren so eingeschüchtert, verängstigt, hilflos, aus allen vertrauten Zusammenhängen gerissen, dass sie auf Kinderfragen nicht zu antworten wagten. Ich schäme mich, fühle mich pflichtvergessen und gleichzeitig hilflos, habe Mühe, die späte Aneignung von Geschichte und Verantwortung zu verstehen." (S. 303f). Tilman Moser engagierte sich in seiner Heimatstadt für die Aufarbeitung der NS-Zeit und moderierte 1996/1997 vier Veranstaltungen zur Veröffentlichung der Bräunlinger Zeugenaussagen. Am 29. April 2024 stirbt Tilmann Moser in Freiburg, das nahegelegene Bräunlingen nimmt davon keine Notiz. Bräunlingen kann auf Tilmann Moser stolz sein. Die Stadtgemeinde hätte genügend Grund, eine Straße oder einen Patz nach ihm zu benennen.
Christoph Nobs, Geschichtswerkstatt Bräunlingen
Die "Zeugenaussagen zum Nationalsozialismus in Bräunlingen" sind erhältlich bei der Tourist-Information, im Kelnhof-Museum und bei der Geschichtswerkstatt. Auf Sie unsere neu gestaltete Website <www.gwbr.de> (Geschichtswerkstatt Bräunlingen).
VERGANGENES BLEIBT IM GEDÄCHTNIS. Geschichtswerkstatt / Initiative hievt Wissen ins digitale Zeitalter / Bräunlinger können mitwirken (Schwärzwälder Bote)
VERGANGENES WIRD NICHT VERGESSEN. Initiative schichtet Wissen ins Digitale um / Bräunlinger können an Forschung mitwirken
BÜRGERMEISTERWAHL NACH DEM KRIEG EIN AFFRONT GEGEN DIE BESATZER. >Erinnern statt Vergessen< / Rückblick auf die Kriegs- und Nachkriegszeit (Schwarzwälder Bote)
AN DIE JÜNGERE UND ÄLTERE GENERATION. Wir laden Sie zu einer weiteren Gesprächsrunde ein. In unserer vierten Veranstaltung soll es um das „Kriegsende und Nachkriegszeit gehen. [Veranstaltungshinweis in den „Bräunlinger Stadtnachrichten“]
ÜBER KRIEGSENDE UND NACHKRIEGSZEIT SPRECHEN.
[Ankündigung der 4.Veranstaltung am 21.09.1997 zur Vergangenheitsbewältigung in Bräunlingen] (welche Zeitung?)
NS-DISKUSSION VOR KLEINEM AUDITORIUM.
Nur wenige fanden den Weg zur dritten Veranstaltung (welche Zeitung?)
STADTCHRONIK KLAMMERT NS-ZEIT AUS. Arbeitsgruppe strebt Ergänzung an / Nächste Veranstaltung am 27.April geplant (Schwarzwälder Bote)
VERGANGENHEITS-ERFORSCHUNG GEGEN GROLL UND DROHUNGEN. Team beleuchtete Bräunlinger NS-Zeit – Große Resonanz bei Vortrag (Südkurier)
DIE NATIONALSOZIALISTISCHE VERGANGENHEIT ERFORSCHT. Gruppe wagte sich an ein Tabu-Thema – Es gab Widerstände und Drohungen – Großes Interesse an den Ergebnissen (Badische Zeitung)
NOCH IMMER SITZT DER GROLL TIEF. Dokumentation über nationalsozialistische Vergangenheit zeigt Zwiespalt auf (welche Zeitung?)
DEN VOLKSTRAUERTAG ANDERS ERLEBEN. Bräunlinger beschäftigen sich mit ihrer NS-Vergangenheit [Vorbericht zur 1.Veranstaltung am 17.11.1996 zur Vergangenheitsbewältigung in Bräunlingen] (Schwarzwälder Bote)
EINE AUFSCHLUSSREICHE AUSSTELLUNG. Flugblätter und Plakate zeigen Wahltaktik der CDU in den vergangenen Jahrzehnten (Schwarzwälder Bote)
DIE SCHLIMME ZEIT DARF NICHT VERGESSEN WERDEN. Bräunlinger legen Recherche-Ergebnisse zur NS-Zeit vor [Vorbericht zur 1.Veranstaltung am 17.11.1996 zur Vergangenheitsbewältigung in Bräunlingen] (Schwarzwälder Bote)
VOLKSTRAUERTAG EINMAL ANDERS – AN DIE JÜNGERE UND ÄLTERE GENERATION. Wir laden Sie zur Erinngerung an Nationalsozialismus und Krieg ein [Veranstaltungshinweis in den „Bräunlinger Stadtnachrichten“, 29.10.1996 und 12.11.1996]
NS-ZEIT THEMA AM VOLKSTRAUERTAG. Neue Gruppe greift Tabu-Thema auf [Vorbericht zur 1.Veranstaltung am 17.11.1996 zur Vergangenheitsbewältigung in Bräunlingen] (Südkurier)
KRIEGSGEFANGENER RETTETE BRÄUNLINGEN. Von den letzten Kriegstagen / Französischer Korporal verhinderte Beschuß des Städtchens. (Schwarzwälder Bote)